60/40-Betreuung: Muster, Beispiele und wie sie funktioniert

SplitDay Team 8 Min. Lesezeit
60/40-Betreuung Betreuungszeit Umgangspläne
Ein zweifarbiger Wandkalender in einer Küche neben einem Schulranzen und einem Schlüsselbund

Bei einer 60/40-Betreuung hat ein Elternteil etwa vier Nächte pro Woche, der andere etwa drei. Genau gerechnet auf ein Jahr mit 365 Nächten sind das 219 zu 146 Nächten. Als sich wiederholende Vier-und-drei-Woche gerechnet sind es 209 zu 156 — 8 Übernachtungen gegen 6 in jeweils vierzehn Tagen, also eigentlich 57/43. Beides heißt im Alltag 60/40, und in der Praxis bauen Familien die Aufteilung auf zwei Arten: als festes wöchentliches 4-3-Muster oder als erweitertes Wochenende, das das Wochenende eines Elternteils an beiden Enden verlängert.

Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Die Regeln zur Betreuung unterscheiden sich je nach Land und Bundesland; sprich für deine Situation mit einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt für Familienrecht.

Die zwei Zahlen hinter „60/40“

Fast jeder Streit über eine 60/40-Regelung beginnt damit, dass zwei Menschen dasselbe Wort für leicht unterschiedliche Rechnungen benutzen. Es lohnt sich, vor dem Aufschreiben zu klären, welche davon euer Plan meint: Der Unterschied beträgt rund elf Nächte im Jahr — genug, um dort ins Gewicht zu fallen, wo Übernachtungen Geldfragen bewegen.

Wie gerechnet wirdHauptbetreuender ElternteilAnderer ElternteilTatsächliches Verhältnis
Wörtlich 60 % eines Jahres mit 365 Nächten219 Nächte146 Nächte60 / 40
Eine sich wiederholende Woche mit 4 und 3 Nächten209 Nächte156 Nächte57 / 43
Pro vierzehn Tage in genau diesem Wochenmuster8 Übernachtungen6 Übernachtungen57 / 43

Gelebt wird meistens die wöchentliche Variante, weil sie sauber durchläuft und niemand in den Kalender schauen muss, um zu wissen, wessen Dienstag gerade ist. Die wörtlichen 219/146 tauchen in Plänen auf, die Zeit in Blöcken zählen — ein längerer Ferienabschnitt, ein Tausch im Sommer — statt in einem festen Wochenrhythmus. Wenn in eurer Regelung „etwa 60/40“ steht und eure Woche 4-3 läuft, seid ihr bei 57/43, und das ist völlig normal.

Zur Einordnung, wie verbreitet annähernd gleiche Aufteilungen inzwischen sind: In unserer Auswertung zur Betreuungsaufteilung unter 804 getrennten Eltern (April bis Juli 2026) wählten 42 % ein hälftiges Wechselmodell, und von den 665 Modellwahlen in den Daten von 2026 waren 46 % individuell zugeschnitten, während unter den 357 Familien, die sich für ein benanntes Modell entschieden haben, 36 % wochenendbasiert fuhren und 23 % einen Wochenwechsel. Eine 60/40-Regelung ist das, wonach ein großer Teil des Rests in der Praxis aussieht. Die vollständige Auswertung steht in unserer Übersicht der häufigsten Betreuungsmodelle und in den zugrunde liegenden Statistiken zur Betreuungsaufteilung.

Zwei Wege zu 60/40, direkt nebeneinander

Zu beiden Mustern, die bei 60/40 landen, gibt es hier einen eigenen Ratgeber. Sie ergeben eine ähnliche Zahl an Nächten und fühlen sich im Alltag völlig verschieden an — vor allem, weil unterschiedlich geregelt ist, wer das Wochenende hat und wo die Übergaben stattfinden.

MusterWer hat die WochenendenÜbergaben pro WochePasst zuRatgeber
4-3-WochenmusterDer 40-Prozent-Elternteil — jeden Freitag bis Sonntag2 (Donnerstag oder Freitag, dann Montag)Zwei Wohnungen nahe derselben Schule; ein Elternteil, der die Schulwoche tragen kannDas 4-3-Muster
Erweitertes WochenendeDer 40-Prozent-Elternteil — jeden Freitag nach der Schule bis Montagmorgen2, und beide können am Schultor stattfindenEltern, die Übergaben an der Haustür vermeiden wollen; ein Zuhause, das klar auf die Wochentage eingerichtet istDas erweiterte Wochenende

Vierzehn Tage 4-3, Nacht für Nacht

Das 4-3-Muster läuft in einem Sieben-Tage-Zyklus, deshalb sind beide Wochen identisch — genau darum geht es dabei. Elternteil A hat die Schulnächte von Montag bis Donnerstag, Elternteil B jeden Freitag, Samstag und Sonntag. Über vierzehn Nächte sind das 8 zu 6.

Zwei Wochen einer 4-3-Betreuung mit der Angabe, welcher Elternteil welche Nacht hat
ElternteilW1 MoW1 DiW1 MiW1 DoW1 FrW1 SaW1 SoW2 MoW2 DiW2 MiW2 DoW2 FrW2 SaW2 So
Elternteil A (60 %)······
Elternteil B (40 %)········

Zwei Übergaben pro Woche, immer an denselben beiden Tagen, auf Dauer. Wenn in eurer Familie lieber der hauptbetreuende Elternteil die Wochenenden behalten soll, dreht ihr den Block um — dann wird Freitag bis Montag die Vier-Nächte-Seite —, und die Zahlen bleiben gleich.

Vierzehn Tage erweitertes Wochenende, Nacht für Nacht

Das erweiterte Wochenende verschiebt nicht die Zahl der Nächte, sondern die Blockkante. In seiner typischen Form beginnt es mit dem Abholen am Freitag nach der Schule und endet beim Bringen am Montagmorgen. Das gibt dem Wochenend-Elternteil drei Nächte — Freitag, Samstag, Sonntag — und lässt Montag bis Donnerstag, alle vier Schulnächte, beim Alltagselternteil.

Zwei Wochen erweitertes Wochenende mit der Angabe, welcher Elternteil welche Nacht hat
ElternteilW1 MoW1 DiW1 MiW1 DoW1 FrW1 SaW1 SoW2 MoW2 DiW2 MiW2 DoW2 FrW2 SaW2 So
Elternteil A (Wochentags-Zuhause)······
Elternteil B (erweitertes Wochenende)········

Achtet darauf, was das bewirkt: Der Alltagselternteil hält 4 von 7 Nächten, der Wochenend-Elternteil 3 — die 60 liegt also auf der Wochentagsseite. Zieht das Abholen auf den Donnerstag vor, wandert die vierte Nacht mit und der Wochenend-Elternteil landet auf der 60er-Seite. Beides wird als 60/40 beschrieben, und genau deshalb gehören Abholtag und Uhrzeit in die Vereinbarung — nicht das Verhältnis.

Wann 60/40 besser passt als ein hälftiges Wechselmodell

Eine 60/40-Regelung wird oft gelesen als ein Wechselmodell, das jemand verloren hat. Genauso oft ist sie die bessere Wahl, ganz bewusst getroffen:

  • Der Schulweg. Wenn nur eine Wohnung im Schulbezirk oder in kurzer Fahrzeit liegt, löst das Bündeln der Schulnächte an einem Ort ein tägliches Logistikproblem, statt es zu halbieren. Ein hälftiges Wechselmodell über zwei lange Wege ist für Kinder härter als eine ungleiche Aufteilung, die die Morgen ruhig hält.
  • Dienstreisen und Schichtpläne. Wer in den meisten Wochen zwei Nächte weg ist, kann keine sieben Nächte in vierzehn Tagen halten, ohne sie an eine Betreuung weiterzureichen. Vier und drei ist ehrlich gegenüber der Woche, die es tatsächlich gibt. Sind die Abwesenheiten länger, schaut euch stattdessen das 70/30-Modell mit jeder dritten Woche an.
  • Das Alter des Kindes. Was ein Kleinkind von einem Rhythmus braucht, ist nicht das, was ein Fünfzehnjähriger braucht: Am einen Ende zählen kurze, häufige Kontakte, am anderen eine feste Basis für Hausaufgaben und Freundschaften. Unser Ratgeber zum Umgangsplan nach Alter geht die Altersstufen durch.
  • Es ist ein Schritt, keine Obergrenze. Ein Elternteil, der bisher weniger im Alltag präsent war, kann sich über ein 4-3 regelmäßige Nächte aufbauen und später auf ein 3-4-4-3 wechseln, sobald die Routine trägt. Eine einzige Nacht unter der Woche ist der ganze Unterschied.

60/40 und der Kindesunterhalt

An vielen Orten ist die Zahl der Übernachtungen keine Nebensache, sondern die Rechengröße. Unterhaltsformeln — und teils auch die Frage, wer steuerlich welche Entlastung geltend machen kann — können daran hängen, wie viele Nächte in welchem Haushalt anfallen, und in einigen Rechtsordnungen gibt es eine Schwelle, ab der sich die Berechnung ändert. Wo diese Schwelle liegt und ob bei euch überhaupt nach Übernachtungen gerechnet wird, unterscheidet sich von Land zu Land — deshalb steht hier bewusst keine Zahl.

Zwei praktische Folgen. Erstens kann der Unterschied zwischen „etwa 60/40“ und gezählten 209 gegen 156 Nächte eine Rolle spielen: Schreibt darum das tatsächliche Muster in den Plan, nicht das Verhältnis. Zweitens gilt, wenn der Plan auf dem Papier und der gelebte Alltag auseinandergedriftet sind: Gezählt wird am Ende das, was jemand belegen kann. Unser Ratgeber zum Kindesunterhalt beim Wechselmodell zeigt, wie mit gleich verteilter Zeit umgegangen wird und warum eine Nacht daneben dieselben Fragen aufwirft.

Die eigene Aufteilung ehrlich nachzählen

Betreuungszeit sauber zu zählen heißt, Übernachtungen in einem echten Kalender zu zählen — nicht ein Wochenmuster mit 52 zu multiplizieren. Feiertage, Ferien, ein getauschtes Wochenende und ein fünftes Wochenende in einem langen Monat verschieben Nächte, und sie gleichen sich selten aus. Lasst eure Daten durch unseren Betreuungszeit-Rechner laufen; und wenn ihr sehen wollt, wie die Rechnung bei anderen Rhythmen aussieht, stellen die Umgangsplan-Beispiele sie nebeneinander.

Drei Regeln halten die Zahl ehrlich: Zählt Nächte statt Tage, damit ein einzelner Abend nicht doppelt beansprucht werden kann. Zählt den Plan so, wie er tatsächlich stattgefunden hat, Tausche eingeschlossen. Und einigt euch mit dem anderen Elternteil auf die Zählweise, bevor einer von euch sie braucht — nicht danach.

Eine 60/40-Betreuung mit SplitDay führen

SplitDay bringt beide Muster als Vorlage mit — ein 4-3-Muster und ein erweitertes Wochenende, beide als 60/40 beschriftet. Ihr stellt das Muster einmal ein, wählt den Starttag, und der Kalender füllt sich für alle kommenden Monate von selbst. Protokolliert die Übergaben, wie sie passieren, und der Punktestand zeigt die Aufteilung, die ihr tatsächlich lebt — nicht die, die im Beschluss steht. All das gehört zum kostenlosen Tarif, der über Werbebanner finanziert wird; er exportiert auch die vollständige Betreuungshistorie als CSV-Datei mit Zeitstempeln, die du an Anwältin oder Mediator weitergeben kannst.

Ein Elternteil kann das Ganze allein führen — das andere Zuhause muss nichts installieren, damit Kalender und Zählung funktionieren. Wollt ihr einen gemeinsamen Kalender, trägt ihn ein Abo: Der Co-Elternteil, den du einlädst, sieht ihn und schreibt dir kostenlos, für eigene Änderungen braucht er einen eigenen Tarif. Schau dir an, was in der App steckt, oder hol sie dir für iOS oder Android.

Häufig gestellte Fragen

Gilt 60/40 als gemeinsames Sorgerecht?

Oft ja — aber das Etikett vergibt das Recht, nicht das Verhältnis. Viele Rechtsordnungen behandeln jede Regelung, in der beide Eltern einen erheblichen Anteil an Übernachtungen haben, als geteilte Betreuung; eine 60/40-Aufteilung liegt meist über dieser Schwelle. Andere reservieren den Begriff für annähernd gleiche Zeit oder verwenden ganz andere Worte — im deutschsprachigen Raum etwa Residenzmodell und Wechselmodell. Maßgeblich ist die Zahl der Übernachtungen und der Wortlaut eurer Vereinbarung, nicht die Kurzformel. Welche Einordnung für euch gilt, klärt eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Familienrecht.

Wie viele Übernachtungen sind 60/40?

Genau gerechnet auf ein Jahr mit 365 Nächten sind 60/40 gleich 219 Nächte für den einen und 146 für den anderen Elternteil. Als sich wiederholende Woche mit vier und drei Nächten gerechnet sind es 209 zu 156 — 8 Übernachtungen gegen 6 in vierzehn Tagen, also eigentlich 57/43. Beides wird als 60/40 aufgeschrieben. Prüft deshalb, welche der beiden Rechnungen euer Plan meint, bevor ihr euch auf die Zahl verlasst.

Was ist ein 4-3-Betreuungsmodell?

Beim 4-3-Modell hat ein Elternteil jede Woche dieselben vier Nächte und der andere dieselben drei — in einem einzigen Sieben-Tage-Zyklus. Es gibt keine A- und keine B-Woche zu merken und nur zwei Übergaben pro Woche. Die meisten Familien legen den Vier-Nächte-Block auf die Schultage und geben dem Drei-Nächte-Elternteil Freitag bis Sonntag.

Kann aus 60/40 später ein Wechselmodell werden?

Ja, und es ist ein kurzer Schritt: In einer 4-3-Woche liegen beide Eltern genau eine Nacht auseinander. Eine zusätzliche Übernachtung unter der Woche für den Drei-Nächte-Elternteil macht daraus ein 3-4-4-3-Muster, in dem sich Drei- und Vier-Nächte-Wochen abwechseln und die vierzehn Tage genau aufgehen. Erst 60/40 zu fahren und aufzustocken, wenn die Übergaben langweilig geworden sind, hält erfahrungsgemäß besser, als kalt bei gleicher Zeit zu starten. Steht euer Plan in einem Gerichtsbeschluss, ist eine Änderung ein rechtlicher Schritt und keine reine Kalenderfrage.

Bekommt der 60-Prozent-Elternteil jedes Wochenende?

Meist ist es umgekehrt. Im 4-3-Muster nimmt der hauptbetreuende Elternteil die Schulnächte von Montag bis Donnerstag, und der 40-Prozent-Elternteil bekommt jedes Wochenende von Freitag bis Sonntag — das Wochenende ist das, was den kürzeren Block überhaupt lohnend macht. Die Ausnahme ist die Donnerstag-bis-Montag-Variante des erweiterten Wochenendes: Dort trägt das lange Wochenende selbst vier der sieben Nächte und schiebt den Wochenend-Elternteil auf die 60er-Seite.

Die 60/40-Aufteilung führen, ohne von Hand zu zählen

Vorlage 4-3 oder erweitertes Wochenende wählen, Übergaben protokollieren — der Punktestand hält die echte Aufteilung fest. Kostenlos loslegen.

Funktioniert allein — der andere Elternteil muss nichts installieren, damit Kalender und Zählung laufen.

SplitDayApp holen